Ratgeber · Preise in Linz
Immobilienpreise in Linz: was Wohnen wirklich kostet
Linz gilt als die günstige der drei großen Landeshauptstädte. Die amtlichen Kaufverträge sagen etwas anderes: eine Eigentumswohnung kostet in Linz im Schnitt € 3.640 je Quadratmeter und damit rund 27 Prozent mehr als in Graz. Nur gegen Salzburg mit € 5.025 ist Linz deutlich billiger. Hier stehen die Zahlen, die wirklich bezahlt wurden, statt der Preise, die in Inseraten stehen.
Kauf- und Grundpreise: STATISTIK AUSTRIA, Immobilien-Durchschnittspreise (Stand 2025 bzw. 2025). Das sind ausgewertete Kaufverträge, keine Angebotspreise.

Kaufpreise: was tatsächlich bezahlt wurde
| Bezirk | Wohnung | bis 1960 | ab 1991 | Baugrund |
|---|---|---|---|---|
| Linz (Stadt)alle 16 Stadtbezirke | € 3.640 | € 2.845 | € 3.974 | € 537 |
| Linz-LandLeonding, Traun, Ansfelden … | € 2.870 | € 2.300 | € 3.614 | € 304 |
| Urfahr-UmgebungOttensheim, Puchenau, Gramastetten … | € 3.070 | € 2.449 | € 3.425 | € 152 |
Die Zahlen sind Durchschnitte aus echten Kaufverträgen, aufgeschlüsselt nach Baujahr. Der Abstand zwischen Altbestand und Neubau ist erheblich: In der Stadt liegen zwischen einer Wohnung bis 1960 und einer ab 1991 rund € 1.129 je Quadratmeter.
Beim Umland dreht sich das Bild je nachdem, worauf man schaut. Bei den Wohnungen liegen Linz-Land und Urfahr-Umgebung nah beieinander und beide klar unter der Stadt. Beim Baugrund ist der Abstand dagegen groß: die Stadt kostet gut das 1,77fache von Linz-Land.
Die Stadtbezirke führt der amtliche Preisspiegel nicht einzeln aus: die Zeile „Linz (Stadt)“ gilt für alle sechzehn gemeinsam. Wer die Unterschiede innerhalb der Stadt sehen will, findet sie im Grätzl-Atlas anhand von Lage, Lärm, Grün und Erreichbarkeit.
Beim Baugrund liegt die Musik im Umland
Ein Quadratmeter Baugrund kostet in der Stadt Linz € 537, im Bezirk Linz-Land im Schnitt € 304. Der Bezirksschnitt täuscht allerdings: er mittelt über den ganzen Bezirk, und die stadtnahen Gemeinden liegen deutlich darüber.
Das Extrembeispiel steht in Leonding: dort wurde je Quadratmeter Baugrund mehr bezahlt als in der Stadt Linz selbst. Der Grund ist kein Rechenfehler, sondern eine andere Mischung: Der Linzer Wert umfasst auch die industriell geprägten Bezirke, in Leonding wird fast nur Einfamilienhaus-Grund in Stadtnähe gehandelt. Die Werte für alle sechzehn Umlandgemeinden stehen einzeln auf der Grundstücks-Seite.
Grundstück kaufen in Linz: Preise je Gemeinde →
Mieten: die zwei Zahlen, die beide „Richtwert“ heißen
Bei den Mieten gehen in Oberösterreich zwei völlig verschiedene Zahlen durcheinander, und sie liegen zu allem Überfluss nah beieinander. Sie zu verwechseln kostet Geld, deshalb hier beide nebeneinander:
- Mietrecht: € 7,30 je m²
- Der Richtwert nach dem Richtwertgesetz, gültig seit 1. April 2026. Er ist die gesetzliche Obergrenze für Altbauwohnungen in der Vollanwendung des Mietrechtsgesetzes (Baubewilligung vor dem 1. Juli 1953, mehr als zwei Wohnungen im Haus). Zu- und Abschläge für Lage und Ausstattung sind erlaubt. Oberösterreich liegt damit im unteren Mittelfeld: Salzburg hat € 9,31, die Steiermark € 9,30, Wien € 6,74.
- Wohnbeihilfe: € 7,00 bzw. € 8,00 je m²
- Die Zinsschwelle des Landes für die Wohnbeihilfe in einer privaten Mietwohnung. Sie ist keine Obergrenze für den Vermieter, sondern die Grenze, bis zu der das Land überhaupt fördert: liegt der Hauptmietzins darüber, gibt es gar keine Wohnbeihilfe. € 7,00 gilt für Verträge bis 31.12.2022, € 8,00 für Neuvermietungen ab 1.1.2023.
Beide Zahlen betreffen den Hauptmietzins, also die Nettomiete ohne Betriebskosten, Heizung und Umsatzsteuer. Was du überweist, liegt regelmäßig ein Drittel darüber. Und beide sind unabhängig voneinander: eine Miete kann mietrechtlich zulässig sein und trotzdem über der Förderschwelle liegen.
Wohnbeihilfe Oberösterreich: Rechner und Grenzen →
Was den Preis einer Linzer Lage wirklich treibt
Der Bezirksschnitt ist eine grobe Auskunft. Innerhalb der Stadt entscheiden ganz andere Dinge, und für die gibt es bei uns Karten und Zahlen je Adresse:
- Lärm
- Eine ruhige Seitengasse und eine Ausfallstraße liegen 200 Meter auseinander und mehrere Preisklassen. Die amtliche Lärmkarte zeigt es je Adresse.
- Baugrund
- Was der Boden kostet, entscheidet beim Neubau mehr als die Ausstattung. Je Gemeinde aus den Kaufverträgen gerechnet.
- Erreichbarkeit
- Die echte Fahrzeit ins Zentrum, mit Straßenbahn, Rad, Auto oder zu Fuß, gerechnet aus dem Fahrplan statt aus der Luftlinie.
- Förderung
- Die Wohnbeihilfe des Landes senkt die tatsächliche Belastung, aber nur bis zu einer Zinsschwelle. Der Rechner zeigt, was übrig bleibt.
Jede Lage in Linz mit ihren echten Daten: Grätzl-Atlas Linz →
Häufige Fragen zu den Preisen in Linz
Was kostet eine Eigentumswohnung in Linz?
Im Schnitt rund € 3.640 je Quadratmeter, gerechnet aus echten Kaufverträgen (Stand 2025). Nach Baujahr aufgeschlüsselt: rund € 2.845 für Altbestand bis 1960 und rund € 3.974 für Wohnungen ab 1991. Ein Inserat liegt regelmäßig darüber.
Ist Linz teurer als Graz?
Bei Eigentumswohnungen ja, und deutlich: € 3.640 gegenüber € 2.874 je Quadratmeter, also rund 27 Prozent mehr. Das überrascht viele, weil Graz die größere Studentenstadt ist und als teuer gilt. Gegen Salzburg mit € 5.025 ist Linz dagegen klar günstiger.
Sind das Angebotspreise oder tatsächlich bezahlte Preise?
Tatsächlich bezahlte. Die Zahlen stammen aus dem amtlichen Preisspiegel der Statistik Austria, der ausgewertete Kaufverträge zusammenfasst (Stand 2025). Ein Inserat liegt regelmäßig darüber: Angebot und Abschluss sind zwei verschiedene Dinge, und wir rechnen sie bewusst nicht ineinander.
Warum gibt es keine Preise je Stadtbezirk?
Weil es sie amtlich nicht gibt. Der Preisspiegel weist Linz als einen politischen Bezirk aus, und ein Preis je Stadtteil aus einzelnen Inseraten wäre eine Zahl mit dem Anschein von Genauigkeit. Was wir stattdessen je Bezirk zeigen: Lärm, Wärme, Grün, Erreichbarkeit und Lauflage, alles aus amtlichen Quellen und je 250-Meter-Zelle.
Wie viel günstiger ist das Umland?
Bei Wohnungen kostet Linz-Land rund € 2.870 je Quadratmeter gegenüber € 3.640 in der Stadt, Urfahr-Umgebung liegt mit € 3.070 dazwischen. Beim Baugrund ist der Unterschied größer, aber der Bezirksschnitt täuscht: die stadtnahen Gemeinden liegen deutlich über ihm, Leonding sogar über der Stadt.
Was ist der Unterschied zwischen € 7,30 und € 8,00?
€ 7,30 ist der mietrechtliche Richtwert für Oberösterreich: die gesetzliche Obergrenze für Altbauwohnungen in der Vollanwendung des Mietrechtsgesetzes, seit 1. April 2026. € 8,00 ist die Zinsschwelle der Wohnbeihilfe bei Neuvermietung: bis zu diesem Hauptmietzins fördert das Land, darüber gar nicht mehr. Die eine Zahl begrenzt, was der Vermieter verlangen darf, die andere, was das Land noch mitträgt. Dass sie zufällig nah beieinanderliegen, macht die Verwechslung leicht und teuer.
Womit muss ich neben dem Kaufpreis rechnen?
Mit rund 10 Prozent Nebenkosten: 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,1 Prozent Grundbucheintragung, dazu Vertragserrichtung und, wenn ein Makler vermittelt, dessen Provision. Die Grundbuch-Gebührenbefreiung für den Ersterwerb ist mit 30. Juni 2026 ausgelaufen.
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Stand: 26. August 2026. Kauf- und Grundpreise STATISTIK AUSTRIA (2025 bzw. 2025), Richtwert nach dem Richtwertgesetz ab 1. April 2026, Zinsschwellen aus den Wohnbeihilfe-Richtlinien des Landes Oberösterreich. Orientierung, keine Rechts- oder Anlageberatung.