Karten-Werkzeug
Lärmkarte Linz: Wie laut ist es an deiner Adresse?
Gib deine Adresse ein und du bekommst die amtlichen Lärmwerte für genau diese Stelle: tagsüber und nachts, woher der Lärm kommt und ob er über den Grenzwerten liegt. Linz ist der einzige österreichische Ballungsraum, in dem Industrielärm ganze Wohnviertel betrifft, und nachts reicht diese Zone weiter als am Tag. Praktisch vor jeder Besichtigung.

Adresse eingeben oder auf die Karte tippen
Unsere Auswertung je Wohnlage: eingefärbt sind nur BEWOHNTE 250-Meter-Zellen, Wald, Felder und Wasser bleiben frei. Diese Ebene rechnet mit Straße, Autobahn und Schiene. Industrie- und Fluglärm zeigen die Adress-Analyse oben und die amtliche Zonenkarte, nicht aber dieses Raster. Quelle: strategische Umgebungslärmkarte 2022 (laerminfo.at, BMK), Straßen-, Autobahn-, Schienen-, Flug- und Industrielärm zusammen.
So liest du die Karte
Die Karte zeigt den Dauerschallpegel in Zonen zu je 5 Dezibel: einmal über den ganzen Tag gemittelt (Lden, mit Abend- und Nacht-Gewichtung) und einmal nur für die Nacht (Lnight, 22 bis 6 Uhr). Grün heißt: unter der Kartierungsschwelle von 55 dB am Tag bzw. 45 dB in der Nacht, also aus Sicht der amtlichen Karte ruhig.
- unter 55 dB
- Ruhig. Unter der Kartierungsschwelle, typisch für die Fußgängerzone der Landstraße, für den Froschberg, für Kleinmünchen abseits der Durchzugsachsen und für die Hanglagen am Pöstlingberg.
- 55 bis 64 dB
- Hörbar, aber üblich an städtischen Wohnstraßen, im Umfeld des Hauptbahnhofs, im Zentrum von Urfahr und in Leonding entlang der Bahn.
- 65 bis 74 dB
- Laut. Hauptplatz und Nibelungenbrücke, die Wohnlagen über der eingehausten A7 in Bindermichl und Spallerhof, der Campus der JKU an der Altenberger Straße. Lärmschutzfenster machen hier den Unterschied.
- über 75 dB
- Sehr laut. Direkt an der A7 Mühlkreisautobahn und der A1 Westautobahn sowie im unmittelbaren Umfeld des Flughafens Hörsching.
Faustregel: 10 dB mehr empfinden die meisten Menschen als doppelt so laut. Und die Nacht zählt mehr als der Tag, für den Schlaf ist Lnight der wichtigere Wert. In Linz gilt das besonders, weil die Industriezone nachts größer ist als tagsüber.
Ab wann gilt es amtlich als zu laut?
Zwei Zahlen helfen beim Einordnen. Die WHO empfiehlt für Straßenverkehr unter 53 dB am Tag und unter 45 dB in der Nacht. Österreich legt im Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz zusätzlich Schwellenwerte für die Aktionsplanung fest, und die sind quellenabhängig.
| Quelle | Tag (Lden) | Nacht (Lnight) |
|---|---|---|
| Straße | 60 dB | 50 dB |
| Autobahn und Schnellstraße | 60 dB | 50 dB |
| Schiene | 70 dB | 60 dB |
| Flugverkehr | 65 dB | 55 dB |
| Industrie (IPPC-Anlagen) | 55 dB | 50 dB |
Industrielärm hat mit 55 dB den strengsten Tageswert, Schienenlärm mit 70 dB den mildesten. Das ist keine Willkür: Ein dauerhaftes Anlagengeräusch gilt als störender als ein Zug, der vorbeifährt. Wird ein Schwellenwert überschritten, prüfen die zuständigen Stellen Lärmschutzmaßnahmen, in Linz vor allem das Land Oberösterreich über seinen Aktionsplan und die Stadt für ihre eigenen Straßen. Ein Rechtsanspruch auf eine bestimmte Maßnahme entsteht daraus nicht. Die Analyse oben ordnet deine Adresse gegen genau diese Werte ein und nimmt bei mehreren Quellen den strengsten Wert.
Was die Karte kann und was nicht
- Flächendeckend in Stadt, Leonding und Traun
- Linz ist einer von fünf österreichischen Ballungsräumen. Dort sind alle Straßen bis zur Anliegerstraße kartiert, dazu Bahn, Autobahn, Flugverkehr und Industrie. Wir haben jede Region einzeln abgefragt: alle 16 Stadtbezirke sowie Leonding und Traun liegen im Ballungsraum. Eine grüne Fläche bedeutet dort also wirklich ruhig.
- Umland lückenhaft
- Außerhalb des Ballungsraums sind nur die Hauptverkehrsquellen kartiert. In Gramastetten, Altenberg, Luftenberg, Wilhering, Ottensheim, Puchenau, Steyregg, Ansfelden, Enns, Asten, Pasching, Hörsching, St. Florian und Engerwitzdorf kann grün deshalb auch „nicht erfasst“ heißen, nicht garantiert still. Am Pöstlingberg dagegen, mitten im kartierten Gebiet, ist ruhig auch wirklich ruhig.
- Lärmschutz wird sichtbar
- Wo die A7 in Bindermichl und Spallerhof eingehaust ist, weist die Karte dort keine Autobahn-Zone aus, während sie wenige hundert Meter nördlich bei 70 bis 74 dB liegt. Der Lärm über der Einhausung kommt von den oberirdischen Straßen, nicht von der Autobahn. Eine Lücke im Autobahn-Band ist hier also kein Fehler der Karte, sondern ihr Ergebnis.
- Industrie nur in der amtlichen Ebene
- Unser Wohnlagen-Raster und das Ruhig-Ranking rechnen mit Straße, Autobahn und Schiene. Den Industrielärm der voestalpine zeigen die Adress-Analyse oben und die Ebene „Amtliche Zonenkarte“. Wer im Süden oder Osten der Stadt sucht, sollte beide Ansichten vergleichen.
- Straßenbahn fehlt als eigene Quelle
- Linz hat vier Straßenbahnlinien und die Pöstlingbergbahn. Der oberösterreichische Aktionsplan führt sie als Lärmquelle, in den veröffentlichten Zonenkarten gibt es dafür aber keinen eigenen Layer. An reinen Bim-Abschnitten wie der Landstraße oder in Auwiesen weist die Karte deshalb keine Schienenzone aus, sondern nur Straßenlärm.
- Nur Verkehr und Industrie, kein Nachbar
- Kartiert sind Straße, Autobahn, Schiene, Flugverkehr und genehmigungspflichtige Industrieanlagen. Lokale, Baustellen, Nachbarn oder der Gastgarten nebenan tauchen nicht auf.
- Berechnet, nicht gemessen
- Die amtliche Karte wird aus Verkehrs- und Anlagendaten modelliert (EU-Umgebungslärmrichtlinie), nicht an jeder Adresse gemessen. Für die Orientierung ist das sehr verlässlich.
- Hof- gegen Straßenseite
- Der Wert gilt für die Rasterzelle. Eine hofseitige Wohnung an der lauten Achse kann trotzdem ruhig sein, das klärt nur die Besichtigung (Fenster auf!).
- Adresspunkt im Gebäude
- Ein Geocode liegt meist mitten im Haus, die Lärmzone endet aber an der Fassade. Liegt der Punkt selbst in keiner Zone, nimmt die Analyse die lauteste Zone im Umkreis von rund 15 m, also die Straßenseite, und sagt das dazu.
Ruhezeiten in Linz: was gilt wirklich?
Anders als Graz, wo eine eigene Verordnung feste Uhrzeiten für Bohren, Hämmern und Rasenmähen vorgibt, kennt Linz keine solche stadtweite Zeitregel. Maßgeblich ist das Oberösterreichische Polizeistrafgesetz: Nach § 3 Abs. 1 begeht eine Verwaltungsübertretung, wer ungebührlicherweise störenden Lärm erregt, und zwar rund um die Uhr. Die Geldstrafe beträgt nach § 10 bis zu 360 Euro.
Ungebührlich ist Lärm dann, wenn ihm die Rücksicht fehlt, die man von jemandem erwarten kann. Entschieden wird im Einzelfall, nachts sowie an Sonn- und Feiertagen strenger. Feste Uhrzeiten wie 22 bis 6 Uhr stehen deshalb meist in der Hausordnung, und die gilt, weil der Miet- oder Kaufvertrag auf sie verweist. Für Baustellen gelten eigene Regeln aus der Baubewilligung, nicht das Polizeistrafgesetz.
Was du bei Lärm tun kannst
- Zuerst das Gespräch
- Viele Fälle klären sich, weil der Nachbar gar nicht weiß, wie weit der Schall trägt. Ein Gründerzeithaus im Andreas-Hofer-Viertel überträgt Trittschall oft erstaunlich gut.
- Akut die Polizei
- Bei ungebührlichem Lärm hier und jetzt ist die Polizei zuständig (Notruf 133). Sie beurteilt vor Ort und kann eine Anzeige nach § 3 des Polizeistrafgesetzes erstatten.
- Magistrat für Betriebe und Baustellen
- Linz ist Statutarstadt, der Magistrat ist also zugleich Bezirksverwaltungsbehörde. Er ist der richtige Weg bei Lärm aus einer genehmigten Betriebsanlage, aus dem Gastgarten nebenan oder von einer Baustelle.
- Land Oberösterreich für Verkehrslärm
- Für den Lärm, den diese Karte zeigt, ist die Umweltschutzabteilung des Landes zuständig. Sie führt den Aktionsplan Umgebungslärm und die Lärmschutzprogramme an Landesstraßen.
- Dauerhaft die Hausverwaltung
- Bei wiederkehrendem Lärm schriftlich an die Hausverwaltung, mit Datum und Uhrzeit je Vorfall. Ein Lärmprotokoll ist das wichtigste Beweismittel, wenn es weitergeht.
- Miete mindern
- Wird die Wohnung durch Lärm deutlich unbrauchbarer, etwa bei monatelanger Baustelle, kommt eine Mietzinsminderung nach § 1096 ABGB in Frage. Die Höhe ist gesetzlich nicht geregelt, sie richtet sich nach Ausmaß und Dauer. Vorher beraten lassen: Die Arbeiterkammer Oberösterreich und die Mietervereinigung beraten kostenlos.
Eine Dezibel-Grenze gibt es für Nachbarschaftslärm übrigens nicht. Entschieden wird nach dem ortsüblichen Maß und danach, ob die gewohnte Nutzung der Wohnung wesentlich beeinträchtigt wird (§ 364 Abs. 2 ABGB). Wer im Franckviertel neben der Bahn wohnt, muss mehr hinnehmen als jemand in einer Sackgasse am Froschberg. Dezibel-Schwellen gelten nur für den Verkehrs- und Industrielärm dieser Karte.
Diese Zusammenfassung ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Und sie betrifft Nachbarschaftslärm, den die Karte oben nicht zeigt: dort geht es um Straße, Autobahn, Schiene, Flugverkehr und Industrie.
Und Fluglärm?
Der Flughafen Linz liegt in Hörsching, gut zehn Kilometer südwestlich der Stadt. Das ist am Kartenbild deutlich zu sehen: Von den 6.724 bewohnten Wohnlagen im Linzer Raum trägt keine einzige im Stadtgebiet eine Flug-Zone. Betroffen sind Hörsching selbst mit rund einem Viertel seiner Wohnlagen, Pasching mit 8 und Traun mit 2 Prozent.
Für den Flugverkehr gilt ein um 5 dB höherer Schwellenwert als für die Straße, also 65 dB am Tag und 55 dB in der Nacht. Das ist keine Verharmlosung, sondern folgt der Bewertung des Bundes-Umgebungslärmschutzgesetzes. Wichtiger für die Einordnung ist die Kennzahl selbst: Lden mittelt über das ganze Jahr. Ein einzelner Anflug ist etwa eine Minute laut, im Jahresmittel geht er unter. Wer in der Einflugschneise wohnt, hört die einzelnen Maschinen also deutlich, auch wenn die Karte dort nur eine milde Zone zeigt.
Ein Blick auf die Windrichtung lohnt sich vor der Besichtigung in Hörsching, Pasching und im Westen von Traun. Die Piste verläuft von Ost nach West, gestartet und gelandet wird je nach Wetterlage von der einen oder der anderen Seite. Linz ist außerdem ein wichtiger Frachtflughafen, und Frachtflüge liegen häufiger in den Randstunden als Passagierflüge.
Für die Nacht gilt: Der Flughafen Linz ist von Montag bis Freitag ab 5:30 Uhr und an Wochenenden ab 6:00 Uhr bis jeweils 23:00 Uhr in Betrieb. Damit reicht der Betrieb an beiden Enden in das Nachtfenster der Karte (22 bis 6 Uhr) hinein, und die amtliche Nachtkarte weist deshalb auch für die Nacht eine Flug-Zone aus.
Industrielärm: der Linzer Sonderfall
In keiner anderen österreichischen Landeshauptstadt liegt ein Industriegebiet dieser Größe so nah an Wohnvierteln. voestalpine und Chemiepark sind als IPPC-Anlagen eigens kartiert, und die Analyse oben nennt in den betroffenen Lagen „Industrie“ als Quelle. Für sie gilt mit 55 dB am Tag und 50 dB in der Nacht der strengste Schwellenwert aller Quellen: Ein gleichmäßiges Anlagengeräusch gilt als störender als ein Zug, der vorbeifährt.
Der wichtigste Befund für die Wohnungssuche: Die Industriezone ist nachts größer als am Tag. Von den 6.724 bewohnten Wohnlagen im Linzer Raum liegen tagsüber 153 in einer Industriezone, nachts 191. Am deutlichsten trifft es den Spallerhof, wo der Anteil von 18 auf 49 Prozent der Wohnlagen springt, und das Franckviertel mit 28 gegenüber 44 Prozent. In Kleinmünchen-Auwiesen steigt er von 7 auf 18, am Bulgariplatz kommt nachts eine Zone dazu, wo tagsüber keine ausgewiesen ist.
Das ist kein Linzer Sonderfall, sondern gilt bundesweit: Die amtliche Betroffenenauswertung 2022 zählt österreichweit 5.300 Menschen im Tagesmittel und 14.300 in der Nacht, also fast dreimal so viele. Der Grund ist einfach: Ein Hochofen läuft durch, während der Verkehr nachts abnimmt und den Anlagenlärm damit nicht mehr überdeckt.
Wenn du im Süden oder Osten von Linz suchst, lohnt sich der Blick auf die Nachtkarte mehr als auf die Tageskarte. Schalte oben auf „Nacht“ um und vergleiche.
Häufige Fragen zur Lärmkarte
Was ist eine Lärmkarte?
Eine Lärmkarte zeigt, wie laut es an einem Ort im Jahresdurchschnitt ist, berechnet aus Verkehrs- und Anlagendaten statt an jeder Adresse gemessen. Die EU verpflichtet die Mitgliedstaaten alle 5 Jahre dazu, kartiert werden Straße, Autobahn, Schiene, Flugverkehr und Industrie. Dargestellt wird der Dauerschallpegel in Zonen zu je 5 Dezibel, getrennt für den ganzen Tag (Lden) und für die Nacht (Lnight). Nachbarschafts-, Lokal- oder Baustellenlärm ist darin nicht enthalten.
Woher kommen die Lärmdaten für Linz?
Aus der strategischen Umgebungslärmkarte Österreichs (laerminfo.at, Umweltbundesamt im Auftrag des BMK, Datenstand 2022, CC BY). Für den Ballungsraum wurden die Gemeindestraßen erhoben, dazu kommen Landesstraßen, Autobahnen, Bahnstrecken, der Flughafen Hörsching und die genehmigungspflichtigen Industrieanlagen. wohnwahn wertet die Karte zusätzlich je bewohnter 250-Meter-Zelle aus.
Was bedeutet Lden und Lnight?
Lden ist der über 24 Stunden gemittelte Dauerschallpegel, bei dem Abend und Nacht strenger gewichtet werden (day-evening-night). Lnight ist der Mittelwert nur für die Nachtstunden 22 bis 6 Uhr. Für erholsamen Schlaf ist Lnight der wichtigere Wert.
Wie viele Wohnlagen in Linz sind vom Lärm betroffen?
In unserer Auswertung der amtlichen Karte liegen von den 6.724 bewohnten 250-Meter-Zellen im Linzer Raum rund 74 Prozent unter der Kartierungsschwelle, 17 Prozent im Bereich 55 bis 64 dB und knapp 9 Prozent bei 65 dB oder darüber. Am stärksten betroffen sind Bulgariplatz und Franckviertel mit 45 beziehungsweise 44 Prozent ihrer Wohnlagen ab 65 dB, am ruhigsten der Pöstlingberg mit 91 Prozent unter der Schwelle.
Gilt die Karte für die ganze Stadt Linz?
Ja. Linz ist ein amtlicher Ballungsraum, dort ist jede Straße bis zur Anliegerstraße kartiert. Wir haben jede Region einzeln abgefragt: alle 16 Stadtbezirke sowie Leonding und Traun liegen im kartierten Gebiet. Eine grüne Fläche bedeutet in der Stadt also wirklich ruhig. Anders im Umland: In Gramastetten, Altenberg oder Wilhering sind nur die Hauptverkehrsquellen erfasst, und grün kann auch „nicht erhoben“ heißen.
Zeigt die Karte den Lärm der voestalpine?
Ja. Genehmigungspflichtige Industrieanlagen sind eigens kartiert, und die Analyse oben nennt in den betroffenen Lagen „Industrie“ als Quelle. Wichtig dabei: Die Industriezone ist nachts größer als tagsüber. Im Spallerhof steigt der Anteil betroffener Wohnlagen von 18 auf 49 Prozent, im Franckviertel von 28 auf 44. Unser Wohnlagen-Raster und das Ruhig-Ranking rechnen dagegen nur mit Straße, Autobahn und Schiene, für den Industrielärm ist also die Ebene „Amtliche Zonenkarte“ die richtige.
Warum ist es nachts lauter als am Tag?
Das betrifft in Linz vor allem den Industrielärm. Eine Anlage wie ein Hochofen läuft durch, während der Straßenverkehr nachts abnimmt und den Anlagenlärm damit nicht mehr überdeckt. Dazu kommt der strengere Nachtschwellenwert von 50 dB. Österreichweit zählt die amtliche Auswertung 5.300 Betroffene durch Industrielärm im Tagesmittel und 14.300 in der Nacht.
Meine Gasse wirkt laut, ist auf der Karte aber grün. Warum?
Die Karte kennt nur Verkehrs- und Industriequellen. Lokal-Lärm, Müllabfuhr, Baustellen oder eine belebte Gasse sind nicht kartiert. Auch die Straßenbahn fehlt: Der oberösterreichische Aktionsplan führt sie zwar als Quelle, in den veröffentlichten Zonenkarten gibt es aber keinen eigenen Layer dafür.
Ist die Straßenbahn in der Lärmkarte enthalten?
Nicht als eigene Quelle. Linz hat vier Straßenbahnlinien und die Pöstlingbergbahn, im veröffentlichten Kartendienst gibt es dafür jedoch keinen eigenen Layer. Wir haben an reinen Straßenbahn-Abschnitten wie der Landstraße und in Auwiesen nachgefragt: Dort weist die Karte keine Schienenzone aus, sondern Straßenlärm. Als Schienenlärm erscheinen die Westbahn, die Summerauer Bahn und die Pyhrnbahn.
Zeigt die Karte auch Fluglärm?
Ja, aber der Flughafen Linz liegt in Hörsching, also außerhalb der Stadt. Von den bewohnten Wohnlagen im Stadtgebiet trägt keine einzige eine Flug-Zone. Betroffen sind Hörsching mit rund einem Viertel seiner Wohnlagen, Pasching mit 8 und Traun mit 2 Prozent. Auch nachts weist die Karte dort eine Zone aus, weil der Betrieb bis 23 Uhr läuft und werktags schon um 5:30 Uhr beginnt.
Kann ich den Lärm für ein konkretes Inserat sehen?
Ja. Jedes Inserat bei wohnwahn zeigt die Lage-Daten seiner Adresse, und wer im Fit „Ruhiges Zuhause“ wählt, bekommt das amtliche Lärmband der Adresse direkt in der Passungs-Erklärung.
Ab wie viel Dezibel prüft die Behörde Lärmschutz?
Nach dem Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz gelten für die Aktionsplanung Schwellenwerte von 60 dB am Tag und 50 dB in der Nacht für Straßen- und Autobahnlärm, 70 und 60 dB für Schienenlärm, 65 und 55 dB für Fluglärm sowie 55 und 50 dB für Industrieanlagen. Wird ein Wert überschritten, prüfen die zuständigen Stellen Maßnahmen. Ein Rechtsanspruch auf eine bestimmte Maßnahme entsteht daraus nicht.
Bis wann darf man in Linz laut sein?
Es gibt keine stadtweite Verordnung mit fixen Uhrzeiten wie in Graz. Das Oberösterreichische Polizeistrafgesetz verbietet in § 3 ungebührlicherweise störenden Lärm, und zwar rund um die Uhr; beurteilt wird im Einzelfall, nachts und an Sonn- und Feiertagen strenger. Die Geldstrafe beträgt bis zu 360 Euro. Feste Zeiten wie 22 bis 6 Uhr stehen in der Regel in der Hausordnung.
Gibt es eine Dezibel-Grenze für Lärmbelästigung durch Nachbarn?
Nein. Für Nachbarschaftslärm nennt das Gesetz keine Dezibel-Grenze, entschieden wird nach dem ortsüblichen Maß und danach, ob die übliche Nutzung der Wohnung wesentlich beeinträchtigt wird. Dezibel-Schwellen gibt es nur für den Verkehrs- und Industrielärm dieser Karte, dort sind es 60 dB am Tag und 50 dB in der Nacht für Straßenlärm.
Datenstand der amtlichen Karte: 2022 (nächste EU-Kartierungsrunde: 2027) · Quelle: laerminfo.at (BMK), CC BY · Ruhezeiten: Oö. Polizeistrafgesetz § 3 und § 10 · Kartierungsgrenze, Industrie- und Flugzonen an allen 32 Regionen selbst nachgefragt, August 2026