Zum Inhalt springen
ENInserierenImmobilie suchen
Merkliste

Förderung · Vorarlberg

Wohnbeihilfe in Vorarlberg

Vorarlberg zahlt die Differenz zwischen dem, was deine Wohnung auf dem Papier kosten darf, und dem, was du selbst tragen kannst. Beide Hälften stehen in der Richtlinie 2026, und beide sind vollständig veröffentlicht. Deshalb lässt sich die Zahl ausrechnen statt schätzen.

Die Zahl, an der alles hängt: 8,70 Euro je Quadratmeter

Angerechnet werden höchstens 11,50 € je Quadratmeter, und darin steckt bereits ein pauschaler Betriebskostenanteil von 2,80 €. Für die Miete selbst bleiben 8,70 € je Quadratmeter. Was du darüber zahlst, erhöht die Wohnbeihilfe um keinen Cent.

Diese Grenze ist hier nicht theoretisch. Die durchschnittlich gezahlte Miete in Vorarlberg liegt bei 9,30 € je Quadratmeter netto (11,80 € mit Betriebskosten) und mit 619,90 € je Wohnung im Monat höher als in jedem anderen Bundesland. Der Durchschnittsmieter liegt also bereits über der Linie, an der die Rechnung aufhört.

Das sind die tatsächlich gezahlten Mieten aller laufenden Verträge (Statistik Austria, Mikrozensus 2025), nicht die Angebotsmieten. Neue Verträge liegen deutlich darüber: österreichweit 9,7 Euro je m² netto bei einer Laufzeit unter zwei Jahren, gegen 4,7 Euro bei über zwanzig Jahren. Dieser Abstand ist der Grund, warum der Schnitt über alle Verträge weit unter dem liegt, was du bei einer Neuvermietung zahlst.

Und die zweite Deckelung: die anrechenbare Nutzfläche

Es zählt nur ein Teil deiner Wohnung. Eine Person bekommt 50 m², zwei bekommen 70 m², drei 80 m², und jedes weitere Haushaltsmitglied bringt 10 m² dazu, aber nie mehr, als die Wohnung tatsächlich hat. Beide Deckelungen zusammen ergeben den höchsten Wohnungsaufwand, den das Land je anerkennt.

HaushaltAnrechenbare FlächeHöchster anrechenbarer Aufwand
150 m²575,00 €
270 m²805,00 €
380 m²920,00 €
490 m²1.035,00 €
5100 m²1.150,00 €
6110 m²1.265,00 €

Eine Wohnung unter 25 m² ist nach der Richtlinie keine Wohnung (§ 4 Abs. 1 lit. a) und bekommt gar nichts.

Der Eigenanteil kommt aus einer Tabelle, nicht aus einer Formel

Was du selbst tragen sollst, ist ein Prozentsatz deines Haushaltseinkommens, und dieser Prozentsatz steht im Anhang zu § 9. Die Tabelle sieht aus wie 400 Zahlen, dahinter stehen aber drei: 1.265 € in der ersten Zelle, 22 € mehr je Prozentpunkt, 260 € mehr je weiterem Haushaltsmitglied. Wer allein lebt und 1.265 € im Monat hat, trägt 1 Prozent; die Tabelle läuft bis 40 Prozent.

Haushalt1 % bisMarkierter RichtwertLetzte gedruckte Zeile (40 %)
11.265 €1.903 €2.123 €
21.525 €2.295 €2.383 €
31.785 €2.555 €2.643 €
42.045 €2.837 €2.903 €
52.305 €3.097 €3.163 €
62.565 €3.379 €3.423 €

Das Land markiert je Spalte einen Betrag farblich. Darüber besteht im Normalfall kein Anspruch. Die Richtlinie sagt in ihren eigenen Erläuterungen aber ausdrücklich, dass das Richtwerte sind und keine absoluten Grenzen: mit einer Begünstigungsklausel kann auch darüber ein Anspruch bestehen.

Die Klauseln, die die ganze Tabelle verschieben

Ein Behinderungsgrad ab 55 Prozent, Pflegegeld ab Stufe 2, ein Kind mit Behinderung oder erhöhter Familienbeihilfe und ab drei unterhaltspflichtigen Kindern: jeder dieser Fälle nimmt 10 Prozentpunkte vom Eigenanteil weg. Alleinerziehende bekommen 5 Punkte. Treffen mehrere zu, sind zusammen höchstens 15 Punkte möglich. Zehn Punkte sind bei 2.000 Euro Einkommen 200 Euro im Monat, das ist der größte einzelne Hebel auf dieser Seite.

Rechner

Die Rechnung unten folgt der Richtlinie 2026 Schritt für Schritt und zeigt jede Zwischenzahl. Sie trifft alle drei Rechenbeispiele, die das Land in seiner eigenen Broschüre veröffentlicht, auf den Cent. Eine Schätzung bleibt sie trotzdem: verbindlich ist allein der Bescheid des Landes.

Schätzung nach der Richtlinie 2026, kein Bescheid. Der Antrag läuft über deine Wohnsitzgemeinde.

Die andere Hälfte: die Wohnbauförderung für den Neubau

Vorarlberg verleiht, statt zu schenken, und der Basiskredit ist ausdrücklich "abgestuft nach dem Bodenverbrauch" (§ 6). Wer dichter baut, bekommt mehr.

ObjektartBasiskredit je Wohneinheit
Eigenheim30.000 €
Doppel- und Reihenhaus40.000 €
Eigentumswohnung, Zu-, Ein- und Umbau, Ersatzneubau50.000 €
Wohninitiative (§ 10 Abs. 14)60.000 €

Zuschläge kommen dazu, aber nie allein. Der gesamte Förderungskredit ist mit 100.000 € je Wohneinheit gedeckelt.

ZuschlagBetrag
Je Kind im Haushalt mit Familienbeihilfe15.000 €
Erstmaliger Eigentumserwerb für alle Haushaltsmitglieder10.000 €
Heizwärmebedarf unter dem Grenzwert laut Energieausweis10.000 €
OI3-Ökokennzahl unter dem Grenzwert10.000 €
Klima-Aktiv-Gold-Standard (nicht mit den beiden darüber kombinierbar)25.000 €
Alle oberirdischen Fenster aus regionalem Holz5.000 €
Fassade, Wände, Decken oder Dach aus regionalem Holz, Ziegel, Lehm oder Recyclingbeton2.500 € je Gruppe

Einkommensgrenzen und Konditionen

Das Haushaltseinkommen muss innerhalb von 4.000 Euro netto im Monat bei einer Person bleiben, 7.000 bei zwei, 8.250 ab drei. Darüber wird der Kredit je angefangene 50 Euro Überschreitung um 5 Prozent gekürzt. Die Wohnung darf höchstens 150 m² haben (200 m² beim Eigenheim mit zwei Wohnungen), und ein alternatives Heizsystem samt Solar oder Photovoltaik ist Pflicht, außer am Standort scheint die Sonne am 21. April weniger als sechs Stunden.

JahrAnnuität vom ursprünglichen Betragdavon Zinsen
1.–5.1,50 %1,00 %
6.–10.2,75 %1,75 %
11.–15.3,25 %2,25 %
16.–20.4,50 %3,25 %
21.–25.6,00 %4,25 %
26.–30.7,75 %5,00 %
31.–35.8,50 %5,00 %

Alternativ ein Fixzins von 3,30 Prozent über die ganzen 35 Jahre, mit einer Annuität von 4,85 Prozent. Ausbezahlt wird in zwei Hälften, bei Baubeginn und nach Bauvollendung. Ein Kind, das innerhalb von zehn Jahren nach der Zusage kommt, bringt zwei Jahre lang 50 Euro im Monat, bei Mehrlingsgeburten 75 Euro je Kind.

Alle Richtlinien beim Land

Was das Geld hier wert ist

Vorarlberg ist das zweitteuerste Bundesland beim Kauf. Daran gemessen ist auch das Maximum von 100.000 € ein Zuschuss und keine Finanzierung: im Bezirk Bregenz sind das 24 Quadratmeter Eigentumswohnung, in Feldkirch 28.

BezirkWohnung, € je m²100.000 € sind
Bregenz4.24324 m²
Bludenz4.09424 m²
Dornbirn3.99725 m²
Feldkirch3.57928 m²

Q: STATISTIK AUSTRIA, Immobilien-Durchschnittspreise, Ausgabe 2025, Datenbasis 2021 bis 2025, geometrische Mittel. Median über die veröffentlichten Kategorien je Bezirk.

So läuft der Antrag

  1. Grob nachrechnen, wo du stehst: mit dem Rechner oben oder mit der Tabellenkalkulation des Landes.
  2. Unterlagen sammeln: Jahreslohnzettel oder Einkommensteuerbescheid, Mietvertrag oder Kreditbestätigung, Nachweis der laufenden Zahlungen.
  3. Der Antrag läuft über die Wohnsitzgemeinde, die das Datum bestätigt, und dieses Datum entscheidet, welche Richtlinie für dich gilt.
  4. Die Wohnbeihilfe beginnt frühestens im Monat der Antragstellung und wird für höchstens ein Jahr gewährt. Fehlende Unterlagen kannst du innerhalb von sechs Wochen nachreichen.
  5. Jede Einkommensänderung sofort melden. Zu Unrecht bezogene Wohnbeihilfe ist zurückzuzahlen.

Beträge unter 7,00 € im Monat werden gar nicht ausbezahlt.

Vier Sätze, die oft zu hören und falsch sind

Eine höhere Miete bringt mehr Wohnbeihilfe.
Nur bis 8,70 € je Quadratmeter anrechenbarer Fläche. Was darüber liegt, zahlst du allein.
Studierende bekommen sie auch.
Nein, mit vier Ausnahmen: eine vom Arbeitsmarktservice mit Taggeld unterstützte Ausbildung, eine nachgewiesene Teilzeitbeschäftigung von mindestens 40 Prozent, Alleinerziehende und ein Selbsterhalter-Stipendium (§ 11).
Einmal bewilligt, läuft sie weiter.
Sie gilt für höchstens ein Jahr, und jede Einkommensänderung ist sofort zu melden.
Ersparnisse spielen keine Rolle.
Vermögen bis 15.000 Euro bleibt beim Einpersonenhaushalt außer Betracht, plus 5.000 Euro je weiterer Person. Der übersteigende Teil ist zuerst für die Wohnkosten zu verwenden, und seit 2026 kann das Land auch rückwirkend prüfen, wofür früheres Vermögen ausgegeben wurde.

Fragen

Wie viel Wohnbeihilfe zahlt Vorarlberg?

Es ist die Differenz aus anrechenbarem Wohnungsaufwand und deinem zumutbaren Eigenanteil. Der anrechenbare Aufwand ist die anrechenbare Fläche mal höchstens 11,50 € je m², der Eigenanteil ein Prozentsatz des Haushaltseinkommens aus der Tabelle im Anhang zu § 9. Für einen Einpersonenhaushalt mit 60 m², 300 Euro Miete und 1.500 Euro Einkommen kommt das Land in seinem eigenen Beispiel auf 210 Euro im Monat. Der Rechner oben zeigt jeden Schritt.

Ab welchem Einkommen gibt es in Vorarlberg keine Wohnbeihilfe mehr?

Das Land markiert je Haushaltsgröße einen Betrag: 1.903 € bei einer Person, 2.295 € bei zwei, 2.555 € bei drei. Darüber besteht im Normalfall kein Anspruch. Es sind aber Richtwerte und keine harten Grenzen: mit einer Begünstigungsklausel kann auch darüber ein Anspruch bestehen.

Ist meine Miete zu hoch für die Wohnbeihilfe?

Eine Miete ist nie zu hoch, sie zählt nur irgendwann nicht mehr mit. Angerechnet werden 11,50 € je Quadratmeter inklusive 2,80 € Betriebskostenanteil, für die Miete also 8,70 €. Weil die durchschnittlich gezahlte Miete in Vorarlberg darüber liegt, stoßen die meisten Anträge an diese Decke.

Wo stelle ich den Antrag?

Über die Wohnsitzgemeinde. Die Formulare liegen auf der Landesseite, und das von der Gemeinde bestätigte Datum entscheidet, nach welcher Richtlinie dein Antrag beurteilt wird.

Bekomme ich Wohnbeihilfe auch als Eigentümer?

Ja. Kreditrückzahlungen für Errichtung, Ankauf oder Sanierung der eigenen Wohnung zählen genauso als Wohnungsaufwand wie eine Miete, sofern der Kredit mindestens fünfzehn Jahre läuft. Ausgeschlossen sind Untermietverhältnisse.

Auf wohnwahn

Wie der Markt rund um die Förderung tatsächlich aussieht.

Quellen

Alle Förderzahlen stammen von vorarlberg.at: aus der Wohnbeihilferichtlinie 2026 (beschlossen am 25. November 2025, gültig vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2026), der Broschüre Wohnbeihilfe 2026 und der Neubauförderungsrichtlinie Juli 2025/2026 für den privaten Wohnbau. Preise und Mieten sind unsere eigene Auswertung der Statistik Austria. Wo das Land keine Zahl veröffentlicht, steht hier auch keine.

Stand: Förderzahlen September 2026, Preise 2025, Mieten 2025