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Ratgeber · Studieren in Wien

Studentenwohnung in Wien: Heim, WG oder doch die eigene Wohnung?

Wien ist mit rund 200.000 Studierenden die größte Universitätsstadt im deutschen Sprachraum, hat aber nur etwa 18.700 Heimplätze, also für weniger als jeden Zehnten. Wer rechtzeitig plant, wohnt trotzdem gut und leistbar. Hier ist der ehrliche Vergleich der drei Wege, mit echten Preisen, dem richtigen Zeitplan und den Anbietern zum direkten Bewerben.

Hauptgebäude der Universität Wien an der Ringstraße
Ian Ehm (https://www.ianehm.com/) · CC BY 4.0

Der ehrliche Kosten-Vergleich

Studentenheim
≈ 290 bis 735 € / Monat
All-in mit Strom, Internet und meist Möblierung. Ein Platz im Doppelzimmer beginnt bei etwa 290 Euro, ein eigenes Zimmer liegt meist zwischen 415 und 735. Am günstigsten, aber begrenzt verfügbar und mit Hausregeln.
WG-Zimmer
≈ 300 bis 500 € / Monat
Inklusive Nebenkosten, dazu anteilige Kaution. Der Mittelweg: eigenes Zimmer, geteilte Kosten, mehr Freiheit als im Heim, dafür Mitbewohner-Lotterie.
Eigene Garçonnière
≈ 630 bis 840 € / Monat
Bei rund 21 Euro pro Quadratmeter Angebotsmiete für 30 bis 40 m² (2026), plus bis zu 3 Monatsmieten Kaution und Möblierung. Maximale Freiheit, maximale Kosten.

Preise: publizierte Heim-Listen 2026/27, WG-Erhebungen 2026, Angebotsmieten-Analysen 2026. Alles Orientierung, kein Angebot.

Der Zeitplan: Wien belohnt die Frühen

  1. 01

    März bis Mai: Heim bewerben

    Für das Wintersemester bewirbst du dich idealerweise zwischen März und Mai, manche Fristen starten schon im März. Die Wartelisten laufen nach Eingangsdatum, und eine Bewerbung ist bei den meisten Trägern unverbindlich, also ruhig bei mehreren gleichzeitig.

  2. 02

    Frühsommer: WG- und Wohnungssuche starten

    Im Spätsommer drängt halb Europa gleichzeitig auf den Wiener Markt. Wer im Juni oder Juli beginnt, hat spürbar mehr Auswahl, ein paar Monate Vorlauf sind ein Erfahrungswert, kein Gesetz.

  3. 03

    August und September: die Heime sind meist voll

    Wer erst kurz vor Semesterstart sucht, findet bei den großen Trägern in der Regel nichts mehr frei, Wartelisten und Nachrücker-Plätze sind dann der Weg. Realistischer sind jetzt WG-Zimmer, kurzfristig frei werdende Heimplätze über die Sommerheim-Seiten der Träger und ein befristetes Zwischenquartier für die ersten Wochen.

  4. 04

    Einzug: binnen 3 Tagen anmelden

    Die Hauptwohnsitz-Meldung ist Pflicht, auch im Heim und in der Untermiete. Das Heim beziehungsweise die Hauptmieterin unterschreibt den Meldezettel als Unterkunftgeber.

Die Heim-Anbieter in Wien: hier bewirbst du dich direkt

Eine Auswahl der großen Träger, alphabetisch, mit publizierten Preisspannen für 2026/27 (ändern sich jährlich). Die Bewerbung läuft direkt auf deren Websites, meist kostenlos oder für eine kleine Anmeldegebühr.

Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit, in Wien gibt es rund 100 Heime; alle Links führen direkt zu den Trägern (kein Provisions- oder Werbeverhältnis). Gut zu wissen: Kautionen von 600 bis 750 Euro sind üblich, Verträge laufen oft 12 Monate (für Austausch-Semester teils kürzer), und nach dem Studentenheimgesetz kannst du immer zum Semesterende kündigen (Wintersemester bis 30.11., Sommersemester bis 30.4.).

WG: die zwei Modelle und ihre Fallen

Rechtlich gibt es zwei WG-Formen: Entweder alle unterschreiben gemeinsam den Hauptmietvertrag (gleichberechtigt, aber in der Regel haftet jeder für die ganze Miete mit), oder eine Person ist Hauptmieterin und die anderen wohnen in Untermiete. Als Untermieterin bist du die schwächere Partei, dein Vertrag hängt am Hauptmietvertrag.

Darum: Untermietvertrag immer schriftlich, mit klar benanntem Zimmer, fixem Untermietzins und Kündigungsfrist. Und als Faustregel der Arbeiterkammer: Schlägt die Hauptmieterin mehr als rund 50 Prozent auf die anteilige Miete auf, ist das missbräuchlich überhöht und angreifbar.

Die eigene Wohnung: was realistisch ist

Kleine Wohnungen ab etwa 630 Euro findest du am ehesten in Favoriten, Simmering oder Floridsdorf, alle drei mit U-Bahn-Anschluss und deutlich günstiger als die Innenbezirke. Welche Bezirke Preis und Anbindung am besten verbinden, zeigt unser Ranking, und entlang welcher U-Bahn du suchst, das U-Bahn-Special.

Beim Vertrag gilt: Befristete Mietverträge müssen bei privaten Vermietern mindestens 3 Jahre laufen, bei gewerblichen seit 2026 mindestens 5. Kündigen kannst du selbst nach dem ersten Jahr mit 3 Monaten Frist, du bist also nicht bis zum Studienende gebunden. Und im Altbau ist die Miete über das Richtwert-System gedeckelt, prüfen lohnt sich.

Wohnen nahe deiner Uni: die passenden Grätzl

Die Wiener Unis liegen weit auseinander, das richtige Grätzl hängt also davon ab, wo du studierst. Hier die Gegenden mit kurzem Weg je Hochschule; jeder Ort ist im Grätzl-Atlas mit echten Daten beschrieben.

Universität Wien

Hauptgebäude & Campus Altes AKH

Alsergrund direkt am Campus, dazu Josefstadt und Währing: Altbau-Grätzl mit kurzen Wegen zu Ring und U-Bahn.

WU Wien

Campus WU im Prater

Leopoldstadt rund um Prater und Nordbahnviertel ist erste Wahl, die Brigittenau die günstigere Nachbarin, und über die U2 auch die Donaustadt.

TU Wien

Karlsplatz & Getreidemarkt

Wieden und Margareten liegen in Gehweite, Mariahilf gleich dahinter: zentrale Grätzl, entsprechend gefragt.

MedUni Wien / AKH

Währinger Gürtel

Alsergrund und Josefstadt innen, Hernals und Währing außen am Gürtel, dort wird es spürbar günstiger.

BOKU Wien

Türkenschanze

Währing und Döbling liegen direkt an der Türkenschanze, grün und ruhig; Hernals ist die leistbarere Alternative.

FH Campus Wien

Favoriten / Alt Erlaa

Favoriten ist der günstigste große Bezirk der Stadt mit U1-Anschluss; auch Liesing ist über die Badner Bahn gut dran.

Geld: Beihilfen und das neue Öffi-Ticket

Studienbeihilfe
Der Grundbetrag steigt mit 1. September 2026 von 431 auf 451 Euro pro Monat, der Zuschlag für auswärtiges Studium von 321 auf 336 Euro (Studienbeihilfen-Valorisierungsverordnung 2026). Einen separaten Wohnkostenzuschuss gibt es nicht, die Wohnkosten stecken im Auswärtigen-Zuschlag.
Wohnbeihilfe Wien
Auch für Studierende möglich, aber nur für Mietwohnungen (nicht fürs Heim), mit Hauptwohnsitz Wien und eigenem Mindesteinkommen; Studienbeihilfe zählt dazu, reine Elternunterstützung nicht.
ÖH-Sozialfonds
Einmalzahlungen für sozial bedürftige Studierende, auch bei Wohnkosten-Notlagen. Antrag jederzeit über die ÖH, dazu gibt es die kostenlose ÖH-Wohnrechtsberatung.
Öffis: neues Ticket seit 2026
Die Semesterkarte wurde mit Februar 2026 durch die Jahreskarte Jugend ersetzt, für alle unter 26 und unabhängig vom Hauptwohnsitz. Sie kostet 294 Euro digital oder 300 Euro als gedruckte Karte, in Monatsraten 309 beziehungsweise 315 Euro, und gilt 12 Monate ab dem gewählten Start.

Wohnbeihilfe Wien: Voraussetzungen & Antrag →

Häufige Fragen zum Studenten-Wohnen

Was kostet ein Studentenheim in Wien?

Je nach Träger und Kategorie etwa 290 bis 735 Euro pro Monat, all-in mit Strom und Internet. Ein Platz im Doppelzimmer startet bei rund 290 Euro (etwa bei home4students), ein eigenes Zimmer liegt meist zwischen 415 und 735 Euro (Preislisten 2026/27).

Heim, WG oder eigene Wohnung: Was ist am günstigsten?

Meist der Platz im Doppelzimmer im Heim (ab etwa 290 Euro all-in), dann das WG-Zimmer (etwa 300 bis 500 Euro inklusive Nebenkosten), dann die eigene Garçonnière (rechnerisch 630 bis 840 Euro plus Kaution und Möblierung).

Wann muss ich mich für ein Heim bewerben?

Für das Wintersemester idealerweise zwischen März und Mai, manche Fristen starten schon im März. Die Wartelisten laufen nach Eingangsdatum; bewirb dich unverbindlich bei mehreren Trägern gleichzeitig.

Bekomme ich als Student Wohnbeihilfe?

In Wien ja, aber nur für Mietwohnungen, nicht für Heimplätze. Du brauchst den Hauptwohnsitz in Wien und ein eigenes Mindesteinkommen, wobei Studienbeihilfe und Stipendien zählen, reine Unterstützung der Eltern nicht.

Kann ich mich im Studentenheim mit Hauptwohnsitz anmelden?

Ja, die Anmeldung binnen 3 Tagen nach Einzug ist sogar Pflicht. Das Heim unterschreibt den Meldezettel als Unterkunftgeber.

Wie komme ich vorzeitig aus dem Heimvertrag?

Nach dem Studentenheimgesetz kannst du immer zum Semesterende kündigen (Wintersemester bis 30. November, Sommersemester bis 30. April). Bei wichtigen Gründen wie Studienabschluss oder Ortswechsel geht es zum nächsten Monatsende.

Worauf achte ich als WG-Untermieter?

Schriftlicher Untermietvertrag mit klar benanntem Zimmer, fixem Zins und Kündigungsfrist. Und die AK-Faustregel: Mehr als rund 50 Prozent Aufschlag auf die anteilige Miete ist missbräuchlich überhöht.

Was kostet das Öffi-Ticket für Studierende?

Die Semesterkarte gibt es seit Februar 2026 nicht mehr. Für alle unter 26 gilt die Jahreskarte Jugend, unabhängig vom Hauptwohnsitz: 294 Euro digital, 300 Euro als gedruckte Karte, in Monatsraten 309 beziehungsweise 315 Euro. Ein Studiennachweis ist nicht nötig. Ab 26 brauchst du die reguläre Jahreskarte (461 Euro digital) oder das KlimaTicket.

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Stand: 15. August 2026 (Heim-Preislisten 2026/27 je Haus geprüft, Studienbeihilfe ab 1.9.2026, Öffi-Ticket 2026) · Orientierung, keine Rechtsberatung · Kostenlose Beratung: ÖH-Wohnrechtsberatung