Ein Gedankenspiel
Wien am Meer
Ab welchem Meeresspiegel hätte deine Adresse Strand? Das Meer kommt die Donau herauf, wie in unserem Video: Scroll durch die Geschichte oder schau dir die Karte selbst an.
Das Wasser erreicht den Steffl · 46 % von Wien unter Wasser
Das ist Wien
Wiens amtlich tiefster Punkt liegt in der Lobau, 151 m über der Adria. Was, wenn das Meer bis hierher käme? Scroll weiter, dann steigt es.
151 m: Das Meer steht vor der Lobau
Es kommt von Osten das Donaubett herauf. Teile der Au dahinter liegen im Geländemodell sogar tiefer als 151 m, aber der Hochwasserschutzdamm hält es noch draußen.
155 m: Der Damm läuft über
Mit einem Schlag läuft die Lobau voll: Von 154 auf 155 m springt der Anteil Wiens unter Wasser von 1,3 auf 5,7 %. Tief liegen allein reicht nicht, das Wasser muss hinkommen.
157 m: Das Meer steht im Donaukanal
Am Rand der Inneren Stadt füllt es den Donaukanal, bis zum Steffl fehlen noch 15 m. Trotzdem sind schon 11 % von Wien unter Wasser, vor allem an der Donau.
172 m: Das Wasser erreicht den Steffl
Wasser auf dem Stephansplatz. Jetzt sind 46 % von Wien unter Wasser.
183 m: Die halbe Stadt ist weg
10 von 23 Bezirken stehen mehr als zur Hälfte unter Wasser. Am längsten zur Hälfte trocken bleibt Hernals: bis 300 m.
206 m: Ein Strand, 14 Millionen Jahre alt
In Nußdorf schlagen die Wellen an Brandungsgerölle eines echten Meeres. Damals war das Wiener Becken Meer und der Wienerwald seine Küste.
250 m: Der Wienerwald ist wieder Küste
78 % von Wien sind unter Wasser. Trocken bleibt vor allem der Wienerwald, an dessen Rand schon vor 14 Millionen Jahren die Küste lag.
Ehrlich gesagt: ein Gedankenspiel
Selbst wenn alles Eis der Erde schmilzt, steigt das Meer um rund 65 m, Wien bleibt trocken. Betroffen sind wir trotzdem: Österreich ist schon rund 3,1 °C wärmer als vor der Industrialisierung, mehr als doppelt so viel wie im weltweiten Schnitt.
Jetzt du
Such deine Adresse oder zieh am Regler: Ab welchem Meeresspiegel hättest du Strand?
Mit zwei Fingern verschiebst und zoomst du die Karte.
flachtiefBrandung
Ab wie viel Metern hat dein Bezirk Strand?
Strand ab: der Meeresspiegel, bei dem das Meer die erste Stelle des Bezirks erreicht. Hälfte: ab da steht die Hälfte des Bezirks unter Wasser, ganz: auch sein höchster Punkt. Je höher ein Bezirk hinaufreicht, desto weiter liegen die Zahlen auseinander. Tipp auf deinen Bezirk.
150 m300 m
* Auf ganze Meter gerundet. In der Donaustadt und in Simmering erreicht das Meer zuerst den Wasserspiegel der Donau, noch unter Wiens amtlich tiefstem Punkt; wie im Video gilt dieser, 151 m in der Lobau, als Untergrenze.
Vor 14 Millionen Jahren war hier wirklich Meer
Das Wiener Becken war Meer, der Rand des Wienerwalds seine Küste. In Nußdorf liegen Brandungsgerölle dieses Meeres direkt auf dem Flysch, in der Eichelhofstraße seit 1955 als Naturdenkmal.
In Nußdorf und Kalksburg fand man Zähne des Megalodon, westlich der Dornbacher Straße 1886 Skelette von Seekühen. Der Stephansdom ist fast ganz aus Leithakalk gebaut, der an den Ufern der Meere jener Zeit entstanden ist.
Dass der alte Strand in Nußdorf heute genau auf 206 m liegt, ist Zufall: Das Gelände hat sich seither verbogen. Strandbildungen desselben Meeres liegen in Kalksburg auf 266 m und an der Kahlenberger Straße auf 285 m.
So ist die Karte gerechnet
- Gelände: DGM Österreich, 10 m. In Wien über die Terrain Tiles in Zoomstufe 14 (6,4 m je Bildpunkt), rundherum in Zoomstufe 12 (rund 25 m); Höhen in Metern über der Adria.
- Verbunden, nicht nur tief. Eine Stelle steht unter Wasser, wenn ein Weg über Gelände unter dem Meeresspiegel sie mit der Donau stromab verbindet, in Schritten von 0,5 m. Eine Senke hinter einem Geländerücken läuft erst voll, wenn das Meer den Rücken erreicht.
- Dieselbe Rechnung wie im Video. In Wien nehmen Karte und Video dasselbe Gelände und dieselbe Regel; die Karte ist Bildpunkt für Bildpunkt gegen die Daten des Videos geprüft; „Strand ab“ und „Hälfte“ stimmen für jeden Bezirk genau mit dem Video überein.
Was die Karte nicht weiß
- Die Wasserlinie ist eine Höhenlinie im heutigen Gelände: keine Erosion, keine Rutschungen, keine Hebung der Erdkruste.
- Gebäude und Brücken stehen nicht im Geländemodell; Dämme und Böschungen schon, als Gelände.
- Die Höhen sind in Wien auf rund einen Meter genau (Geländemodell 10 m), rundherum auf wenige Meter.
Quellen zum Video „Wien am Meer“
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Daten
- Datenquelle: geoland.at (Länder Österreichs) · Digitales Geländemodell (DGM) Österreich, 10 m (CC BY 4.0) · Seehöhe je Bildpunkt und der Weg des Meeres über die Donau
- Datenquelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) · ALS DTM Höhenraster 1 m (Geländemodell) (CC BY 4.0) · Gelände der Ansicht vom Leopoldsberg
- Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at · Bezirksgrenzen Wien (CC BY 4.0) · Strand ab welchem Meeresspiegel, je Bezirk
- Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at · Naturdenkmäler Standorte Wien (CC BY 4.0) · Lage des Brandungsgerölls in der Eichelhofstraße
- Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at · Orthofoto 2025 Wien (CC BY 4.0) · Farben der Stadt in der gerechneten Ansicht
- Datenquelle: GeoSphere Austria – data.hub.geosphere.at · GEOFAST 1:50.000, Blatt 40 Stockerau und 41 Deutsch-Wagram (CC BY 4.0) · Küste des Urmeers: Flysch gegen Wiener Becken
Für den Film haben wir die Daten ausgeschnitten, umgerechnet und neu gezeichnet.
Google 3D
Wien heute, der Blick vom Leopoldsberg: Googles fotorealistisches 3D. Im Film steht die Nennung im Bild, solange Googles Bild zu sehen ist: Google · Kartendaten: Landsat / Copernicus, Data SIO, NOAA, U.S. Navy, NGA, GEBCO, Airbus
Bild
- Thomas Dahlstrøm Nielsen, Südturm (Stephansdom) - 2026 (b), 2026. Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY 4.0. Änderung: Ausschnitt, langsame Fahrt vom Schaft zur Spitze.
KI, Stimme und Musik
Meer, Küste und die Bilder vom Urmeer sind mit KI gemalt und bewegt, nach unseren Daten. Stimme, Musik und Geräusche sind mit KI erzeugt (ElevenLabs).