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Quellen zum Video

Gemeindebau 1938: Ein Satz im Mietvertrag

Im Mietvertrag des Karl-Marx-Hofs stand ein Satz, den die NS-Stadtverwaltung 1938 gegen Familie Mezei wandte: Das Mietengesetz gilt hier nicht. Der Short erzählt in gut einer Minute, wie als Juden verfolgte Mieter so ihre Gemeindewohnung verloren; das lange Video folgt in 18 Minuten dem Gesetz hinter dem Satz, weiteren Familien und der Frage, warum nach 1945 kein Gesetz die Mietrechte zurückgab. Hier stehen die Quellen beider Filme, für den Short Aussage für Aussage.

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Video · 1:13 · mit Ton

Was das Video zeigt

1929 zieht Familie Mezei in den neuen Karl-Marx-Hof in Döbling, auf Stiege 38: Moritz Mezei, Journalist und Sozialdemokrat, seine Frau Margarethe und die Zwillinge Ilse und Kurt. Beim Einzug stimmen die Mieter einer vorgedruckten Niederschrift zu, dem Mietvertrag. Darin steht, die Bestimmungen des Mietengesetzes fänden „keine Anwendung“, und die Kündigungsfrist sei „eine 14 tägige“.

Das war keine Erfindung der Stadt. Das Mietengesetz schützte nur Häuser, deren Baubewilligung bis zum 27. Jänner 1917 erteilt worden war. Jeder spätere Neubau war ausgenommen, privat wie städtisch, und damit der überwiegende Teil der Gemeindebauten. Ein privater Vermieter brauchte 1938 im Altbau noch einen gesetzlichen Grund, um zu kündigen. Die NS-Stadtverwaltung brauchte im Gemeindebau keinen.

Am 14. Juni 1938 gab der NS-Vizebürgermeister Thomas Kozich den Auftrag, als Juden verfolgten Mietern in den Gemeindebauten zu kündigen. Die Kündigungen gingen über die Bezirksgerichte, ohne Angabe von Gründen und mit zwei Wochen Frist. „Jude“ stand nur auf dem Formular, das bei der Behörde blieb. Laut Widerstandsarchiv DÖW vertrieb die NS-Stadtverwaltung so mehr als 3.600 Menschen aus Gemeindewohnungen, 212 allein aus dem Karl-Marx-Hof.

Moritz Mezei erhob Einspruch, er wurde abgewiesen. Anfang August 1938 musste die Familie die Wohnung räumen; laut Gedenkprojekt von Wiener Wohnen vermerkte der Hausinspektor bei der Übergabe „ohne Beanstandungen“. Moritz Mezei floh über Ungarn nach Italien und wurde 1944 in Auschwitz ermordet. Ilse starb am 12. März 1945 bei einem Bombentreffer im Keller der Kultusgemeinde in der Seitenstettengasse. Kurt wurde am 12. April 1945 von SS-Angehörigen aus einem Keller in der Förstergasse geholt und erschossen. Nur Margarethe Mezei überlebte, schwer verletzt.

Am Eingang Boschstraße 9 hängen heute zwei Tafeln: seit 2003 die Tafel „Kündigungsgrund Nichtarier“, seit dem 14. Juni 2026 eine zweite mit 46 Namen. Ilse, Kurt und Moritz Mezei stehen auf beiden. Das Video endet mit einer Frage: Gibt es in deinem Hof eine Tafel?

Das lange Video „Ein Satz im Mietvertrag: Die Vertreibung aus dem Gemeindebau 1938“ liest das Gesetz hinter dem Satz und zeigt, warum die Ausnahme für jedes neue Haus galt, privat wie städtisch; laut Statistischem Jahrbuch der Stadt Wien stand 1934 rund jede fünfte Wiener Wohnung außerhalb des Mietengesetzes. Es folgt Familie Mezei von der Stiege 38 in die Förstergasse, besucht andere Höfe in Penzing, Simmering und Kaisermühlen und fragt, warum nach 1945 kein Gesetz die entzogenen Mietrechte zurückgab; ein Bericht im Nationalrat nannte das 2001 „eine seit 1947 bestehende Lücke“. Die weißen Häuser sind aus den offenen Daten der Stadt Wien gebaut und stehen auf dem Luftbild vom Herbst 1938. Auch hier ist jedes Bild echt: Fotos des Wien Museum, ein Amateurfilm aus der Innenstadt um 1936/37, ein Film der US Army vom Juli 1945 und Seiten aus Büchern, Gesetzblatt und Parlament.

Die Bilder des Shorts sind echt: drei Fotos des Karl-Marx-Hofs aus der Zeit um 1930 (Wien Museum), das Luftbild der Stadt Wien vom Herbst 1938, geflogen nach den Kündigungen, eine Seite aus Heinrich Steinitz’ Darstellung des Mietrechts von 1929 und Fotos des Eingangs und der Tafel vom Juni 2026. Die hellen Flächen in der Ansicht von ganz Wien sind die Gemeindebauten mit Baujahr 1919 bis 1937, wie sie der heutige Datensatz der Stadt führt; zerstörte oder verkaufte Bauten fehlen darin. Am Schluss fährt die Kamera durch Googles fotorealistisches 3D von heute vor den Eingang Boschstraße 9.

Quellen und Bildnachweise

Daten

Für den Film haben wir die Daten ausgeschnitten, umgerechnet und neu gezeichnet.

Google 3D

Der Karl-Marx-Hof heute, die Fahrt aus der Draufsicht hinab vor den Eingang Boschstraße 9 (beide Videos): Googles fotorealistisches 3D. Im Film steht die Nennung im Bild, solange Googles Bild zu sehen ist: Heute in 3D: Google Maps

Bilder

  1. Martin Gerlach jun. (Fotograf), 19., Heiligenstädter Straße 82-92 - Karl Marx-Hof, Blick in eine Durchfahrtsstraße, um 1930. Wien Museum, Inv.-Nr. 59241/1125. Lizenz: CC0 1.0. Änderung: im Short das erste Bild: ohne Karton und Farbkarte, Ausschnitt im Hochformat, Graustufen leicht warm getönt, langsame Fahrt in die Tiefe, oben abgedunkelt unter dem Titel; im langen Video als flacher Abzug, der in der Papierstadt steht (beide Videos).
  2. Unbekannt (Fotograf), Karl Ehn (Architekt), 19., Heiligenstädter Straße / Boschstraße / Halteraugasse - Karl-Marx-Hof, um 1930. Wien Museum, Inv.-Nr. 57962/424. Lizenz: CC0 1.0. Änderung: im Short Ausschnitt ohne die eingedruckte Bildzeile, Graustufen leicht warm getönt, langsame Fahrt in die Tiefe, dann unscharf und abgedunkelt hinter dem Zitat aus dem Mietvertrag; im langen Video als flacher Abzug, der in der Papierstadt steht (beide Videos).
  3. Heinrich Steinitz (Autor), Das österreichische Mietrecht (S. 102, Absatz „2. Anwendungsbereich des Mietengesetzes“, in: Ludwig Neumann (Red.), Das Wohnungswesen in Österreich), 1929. Wienbibliothek im Rathaus, digital.wienbibliothek.at. Lizenz: gemeinfrei (Public Domain). Änderung: im Short Ausschnitt der Seite, langsame Fahrt auf zwei Zeilen, Textmarker auf „Baubewilligung erst nach dem 27. Jänner 1917“ und „Mietengesetzes ausgenommen sind“; im langen Video die ganze Seite als Blatt über Heiligenstadt und ein Streifen mit den Zeilen; der Autor starb 1942, der Text ist gemeinfrei (beide Videos).
  4. Heinrich Steinitz (Autor), Das österreichische Mietrecht (S. 103: „jede solche Vereinbarung ist vollkommen unwirksam“, sonst gilt „lediglich das Mietrecht des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches“), 1929. Wienbibliothek im Rathaus, digital.wienbibliothek.at. Lizenz: gemeinfrei (Public Domain). Änderung: die ganze Seite als Blatt über Heiligenstadt, Textmarker auf den zwei Stellen (langes Video).
  5. Stadt Wien, Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien 1930 bis 1935 (S. 94, Tabelle 10: Wohnungen „außer dem Mietengesetze“ 1934; Tabelle 11: 69.001 Wohnungen der Stadt Ende 1934), Band 1930 bis 1935. Wienbibliothek im Rathaus, digital.wienbibliothek.at. Lizenz: gemeinfrei (Public Domain). Änderung: zwei Streifen aus den Tabellen, die Spalte „außer dem Mietengesetze“ und die 69.001 markiert (langes Video).
  6. unbekannter amerikanischer Reisender (Amateurfilm), Amateur Film European Trip 1930s, Part II, „Vagabonds Abroad“, Wathen Collection (Wien um 1936/37: eine Straßenbahn auf dem Ring vor dem Parlament, die Staatsoper, die Kärntner Straße), um 1936/37 (erschlossen, nicht belegt). Prelinger Archives, Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei (Public Domain). Änderung: drei Ausschnitte (2:24–2:28, 3:15–3:26, 3:40–3:44) als Abzug auf Papier, ohne Ton (langes Video).
  7. Martin Gerlach jun. (Fotograf), 19., Heiligenstädter Straße 82-92 - Karl Marx-Hof, Kindergarten, um 1930. Wien Museum, Inv.-Nr. 93083/111. Lizenz: CC0 1.0. Änderung: als flacher Abzug, der in der Papierstadt steht (langes Video).
  8. Martin Gerlach jun. (Fotograf), 22., Schüttaustraße 1-39 - Goethehof - Hofansicht, um 1931. Wien Museum, Inv.-Nr. 59161/48. Lizenz: CC0 1.0. Änderung: als flacher Abzug, der in der Papierstadt steht (langes Video).
  9. Martin Gerlach jun. (Fotograf), 19., Heiligenstädterstr. 82-92 - Karl Marx-Hof, Blick auf den Kindergarten im Innenhof, um 1930. Wien Museum, Inv.-Nr. 59161/1790. Lizenz: CC0 1.0. Änderung: im Short ohne Karton und Farbkarte, Ausschnitt im Hochformat, Graustufen leicht warm getönt, langsame Fahrt in die Tiefe, in der Stille nach dem Vermerk langsam dunkler; im langen Video als flacher Abzug, der in der Papierstadt steht, ebenfalls dunkler werdend (beide Videos).
  10. Deutsches Reich (amtliches Gesetzblatt), Deutsches Reichsgesetzblatt 39T1 084 0864 (Reichsgesetzblatt 1939, Teil I, S. 864: Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden vom 30. April 1939), 1939. Wikimedia Commons. Lizenz: gemeinfrei (Public Domain). Änderung: Streifen mit § 1, ohne Hoheitszeichen und Unterschriften (langes Video).
  11. Deutsches Reich (amtliches Gesetzblatt), Deutsches Reichsgesetzblatt 39T1 167 1671 (Reichsgesetzblatt 1939, Teil I, S. 1671: Verordnung vom 5. September 1939, die Kündigungsbeschränkungen auch für die bisherigen Ausnahmen), 1939. Wikimedia Commons. Lizenz: gemeinfrei (Public Domain). Änderung: Streifen mit § 1, ohne Hoheitszeichen und Unterschriften (langes Video).
  12. US Army Signal Corps, SCENES IN VIENNA, AUSTRIA (Wien im Sommer 1945: eine Straße mit Oberleitungen, eine Straße mit Gleisen), 30. Juli 1945. National Archives, 111-ADC-5199, NAID 18998. Lizenz: National Archives: Restricted - Possibly. Änderung: zwei Ausschnitte aus 6:41–6:52 und 7:27–7:41 als Abzug auf Papier, ohne Ton (langes Video).
  13. Nationalrat, Verfassungsausschuss, 475 der Beilagen XXI. GP, Bericht des Verfassungsausschusses (S. 1, die Zeile „eine seit 1947 bestehende Lücke“), 2001. Parlament Österreich, parlament.gv.at. Lizenz: gemeinfrei (Public Domain). Änderung: Streifen mit der markierten Zeile; ein amtliches Werk ist frei (§ 7 Urheberrechtsgesetz) (langes Video).
  14. GuentherZ, Wien11 Lorystrasse038 2017-04-05 GuentherZ GD NS-Opfer 0715 (die Tafel „Kündigungsgrund Nichtarier“ vom 22. September 1999 am Alfons-Petzold-Hof, Lorystraße 38), 5. April 2017. Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY 3.0. Änderung: als Abzug gerahmt (langes Video).
  15. C.Stadler/Bwag, Döbling (Wien) - Karl-Marx-Hof, Gedenktafel für NS-Opfer (die Tafel von 2003 am Karl-Marx-Hof, Boschstraße 9), 9. Juni 2018. Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Änderung: nur der Kopf der Tafel, ohne die Namen, als Abzug gerahmt; der Ausschnitt steht wieder unter CC BY-SA 4.0 (langes Video).
  16. Feldkurat Katz, Eingang Karl-Marx-Hof Wien mit zwei Gedenktafeln 01 (der Eingang Boschstraße 9 mit beiden Tafeln), 14. Juni 2026. Wikimedia Commons. Lizenz: CC0 1.0. Änderung: im Short erscheint es perspektivisch genau an seinem Ort in Googles Fassade und bleibt dort stehen; während die Tafel aus ihm wächst, wird es dunkler; im langen Video bildfüllend mit langsamer Fahrt (beide Videos).
  17. Feldkurat Katz, Gedenktafel für die aus dem Karl-Marx-Hof vertriebenen und getöteten Jüdinnen und Juden 2026-06-14 01 (die Tafel vom 14. Juni 2026 mit 46 Namen), 14. Juni 2026. Wikimedia Commons. Lizenz: CC0 1.0. Änderung: im Short wächst sie aus dem Foto des Eingangs, dann nah an den Namen Mezei, darunter unscharf und dunkler, ein grüner Strich neben den drei Namen; im langen Video bildfüllend, langsame Fahrt auf die Namen (beide Videos).

KI, Stimme und Musik

In beiden Filmen ist nichts mit KI gemalt: Fotos, Archivfilme, Luftbild, die Seiten aus Büchern, Gesetzblatt und Parlament, die Daten und die Zitate sind echt. Im Short ist die leichte Fahrt in die Tiefe der drei Fotos aus der Zeit um 1930 aus jedem Foto selbst gerechnet; die Entfernung je Bildpunkt schätzt ein KI-Modell (MoGe-2), dazugemalt wird nichts. Im langen Video stehen die Fotos flach als Abzüge im Raum, ohne Tiefenschätzung, und die weißen Häuser sind aus den offenen Daten der Stadt Wien gebaut. In beiden Filmen ist nur die Stimme mit KI erzeugt: Gemini 3.8 Flash TTS („Charon“). Musik gibt es keine. Unter der Stimme liegt ein leiser Raumton, ein mit ffmpeg erzeugtes Rauschen ohne KI; im Short ist es nach dem Vermerk „ohne Beanstandungen“ still, im langen Video an zwei Stellen.

Jede Aussage des Shorts und ihre Belege

  1. 1929 zog Familie Mezei in den neuen Karl-Marx-Hof, Stiege 38.

  2. Im Mietvertrag stand: Das Mietengesetz gilt hier nicht. Im Bild der Wortlaut: „Die Bestimmungen des Mietengesetzes … finden … keine Anwendung. … die Kündigungsfrist eine 14 tägige.“

    Den Wortlaut der Klausel gibt nur „Licht, Luft und Schatten“ wieder, darum steht er im Bild als Zitat mit Quelle. Die Niederschrift ist ein Mietübereinkommen, der Film sagt „Mietvertrag“.

  3. Das Gesetz nahm alle Neubauten aus, auch private: Das Mietengesetz galt nicht für Häuser, deren Baubewilligung nach dem 27. Jänner 1917 erteilt wurde.

    Die Klausel war keine Erfindung der Stadt, sie gab das Gesetz wieder. Ein privater Vermieter brauchte 1938 im Altbau noch einen gesetzlichen Grund, um zu kündigen (Historikerkommission, Bd. 14, S. 217).

  4. Im Juni 1938 gab NS-Vizebürgermeister Kozich den Auftrag, als Juden verfolgten Mietern zu kündigen. Im Bild: „14. Juni 1938 · Auftrag: NS-Vizebürgermeister Kozich“.

    Die Quellen sprechen von einem Auftrag, nicht von einem Beschluss.

  5. Ohne Begründung: gekündigt wurde ohne Angabe von Gründen, mit zwei Wochen Frist, über die Bezirksgerichte.

  6. In den Akten stand: „Jude“. Nur auf dem Formular, das bei der Behörde blieb, nicht in der Kündigung an die Mieter.

    Auf den Formularen stand auch „Volljude“ oder „Nichtarier“. Die Aufkündigung der Familie Mezei, die das Gedenkprojekt von Wiener Wohnen zeigt, nennt keinen Grund und kein „Jude“; darum sagt der Film „in den Akten“.

  7. So vertrieb die NS-Stadtverwaltung mehr als 3.600 Menschen aus Gemeindewohnungen. Im Bild: „aus Gemeindewohnungen vertrieben · mehr als 3.600 · Menschen, laut Widerstandsarchiv DÖW“.

    Die Zahl zählt Menschen, nicht Wohnungen. Gekündigte Wohnungen waren es laut Raggam-Blesch mehr als 2.000 (Jahrbuch des DÖW 2018, S. 81), laut Historikerkommission rund 2.000 (Bd. 14, S. 143).

  8. 212 allein hier. Im Bild: „im Karl-Marx-Hof · 212 Menschen · laut Widerstandsarchiv DÖW“.

  9. Anfang August 1938 musste Familie Mezei ihre Wohnung räumen.

    Der Tag weicht ab (4. oder 5. August), darum sagt der Film „Anfang August“.

  10. Der Hausinspektor prüfte die Wohnung und vermerkte: „ohne Beanstandungen“. Im Bild: Vermerk des Hausinspektors, 1938, laut Gedenkprojekt von Wiener Wohnen.

    Den Vermerk bei Familie Mezei belegt nur das Gedenkprojekt von Wiener Wohnen, eine zweite Quelle gibt es dafür nicht; darum nennt der Film es im Bild. Dass der Hausinspektor die Übergaben prüfte, belegt auch „Licht, Luft und Schatten“.

  11. Der Vater, Moritz, floh nach Italien und wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

  12. Die Tochter, Ilse, starb 1945 bei einem Bombentreffer im Keller der Kultusgemeinde. Im Bild: „Seitenstettengasse · Kultusgemeinde · 12. März 1945“.

    Die Hausnummer weicht ab (4 oder 2 bis 4), darum steht im Schild keine.

  13. Ihr Zwillingsbruder Kurt wurde im April 1945 von der SS erschossen. Im Bild: „Förstergasse 7 · Leopoldstadt · 12. April 1945“.

  14. Nur die Mutter, Margarethe, überlebte. Im Bild die Lebensjahre: Moritz Mezei 1886–1944, Ilse und Kurt Mezei 1924–1945, Margarethe Mezei 1899–1993.

  15. Die Namen der drei stehen heute hier, am Eingang Boschstraße 9: auf der Tafel „Kündigungsgrund Nichtarier“ von 2003 und auf der Tafel vom 14. Juni 2026. Im Bild: „Tafel vom 14. Juni 2026 · 46 Namen · Boschstraße 9“.

    Der Film sagt „46 Namen“ und zählt keine Ermordeten: Die Quellen zählen verschieden, und unter den Namen ist auch Ilse Mezei, die bei einem Bombentreffer starb.

  16. Das Luftbild ist vom Herbst 1938: geflogen im Oktober und November 1938, nach den Kündigungen.

  17. Im Bild: „Jede helle Fläche: ein Gemeindebau, gebaut 1919–1937“.

    Der Datensatz führt den heutigen Bestand: Gemeindebauten, die zerstört oder verkauft wurden, fehlen darin. Darum zeigt das Bild keine Zahl.

Literatur und Quellen

So misst wohnwahn